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Kapelle St. Urbanus, Oeverich

Neue „alte“ Pfeiffenorgel in Oeverich

Die evangelische Kirchengemeinde Bad Neuenahr erwarb im Jahre 1965 ein Serien-Positiv (Typ D3 gemäß Walcker-Katalog), erbaut von der Orgelbauwerkstatt Walcker (Ludwigsburg). Es wird seitdem seitens der Erbauerwerkstatt unter der Opus-Zahl 4847 geführt. Von 1965 bis 1973 stand das Instrument im Saal des Ev. Gemeindehauses Bad Neuenahr; 1973 wurde es auf die Empore der Friedenskirche Ahrweiler transloziert, wo es über fast 50 Jahre das Singen der Gemeinde begleitet und die Gottesdienste durch Orgelmusik bereichert hat. Die einmanualige Orgel hat sechs Manual- und ein Pedalregister auf Schleifladen und eine mechanische Register- und Spieltraktur. Nachdem die evangelische Kirchengemeinde sich entschlossen hat, eine neue Orgel anzuschaffen, wurde kurzfristig seitens der Verantwortlichen nach einem Abnehmer gesucht. Unser Organist Heinrich Fuchs hat sich von unserer Seite darum maßgeblich gekümmert unter Mitwirkung und tatkräftiger Hilfe von Herrn Reinhold Fuhr. Mit Herrn Christoph Anselm Noll war er sich schnell einig, dass die Orgel, die einwandfrei und spielfähig ist, in Oeverich ihren zukünftigen Einsatzort finden soll, da die Kapelle von der Größe her und der Örtlichkeit des Standpunktes der Orgel gut geeignet ist und zudem nur ein altes Harmonium besaß. So konnte der Umzug der Orgel schnell von statten gehen und war schon am 17. März in der Messe zum Erklingen gekommen.

Wiedereröffnung der innenrenovierten Kapelle am 05.01.2020

Nach 8 Monaten umfangreicher Renovierungsarbeiten erstrahlt die Oevericher St.-Urbanus-Kapelle wieder in neuem Glanz. Am Sonntag, den 5. Januar, fand im Rahmen einer Abendmesse um 18 Uhr die Wiedereröffnung statt. Anschließend wurde noch mit Glühwein neben der Kirche auf die gelungene Renovierung angestoßen. Die Sanierung umfasste die Erneuerung der Elektrik und damit auch der Leuchtkörper, die Abnahme der alten Dispersionsfarbe, die Erneuerung des Sockelputzes und anschließend die farbliche Neufassung der Raumschale und die Reinigung des Gemäldes im Altarraum. Die nun seitliche angebrachte Beleuchtung hebt die ursprüngliche Raumwirkung wieder hervor. Durch die farbenfrohen Fenster, die ebenso gereinigt wurden und das schöne, ausdrucksstarke Wand- und Deckengemälde im Altarraum, wurde die Raumschale in hellen Creme- bzw. Erdtönen gehalten. Dazu wurden noch die Holzböden abgeschliffen, ein Ambo (Lesepult) in die Kanzel integriert und die Sedilien (Schemel) für Priester und Messdiener erneuert. Insgesamt beliefen sich die Kosten für die Innenrenovierung auf rund 100.000 Euro. 50.000 Euro zahlt das Bistum Trier, und 50.000 Euro musste die Pfarrgemeinde Leimersdorf, zu der Oeverich als Filialort gehört, aufbringen. Dank der großzügigen Spende der „Kapellenmäuse“ über 17.000 Euro konnte der Eigenanteil der Kirchengemeinde gut aufgebracht werden. Der Erhalt der Kapelle als Mittelpunkt des Ortes war und ist vielen Bürgern ein echtes Herzensanliegen. Das zeigte unter anderem der Gottesdienst, zu dem rund 100 Leute kamen. Im Jahre 1936 wurde die Kapelle anstelle der baufälligen alten Kapelle unter großer Anstrengung und Opferbereitschaft der Bevölkerung erbaut. Das Inventar ist noch komplett erhalten. Nachdem die überfällige Dachsanierung und der Außenanstrich in den Jahren 2012-2013 erfolgte und die Außenanlage mit der Erneuerung und Sanierung der Zaun- und Maueranlage neu eingefriedet wurde, erstrahlt nun die Kapelle außen und innen in neuem Glanz. Ein herzlicher Dank gilt besonders den „Kapellenmäusen“, einer Gemeinschaft von Frauen aus Oeverich, die sich monatlich zum Stammtisch im unteren Kapellenraum treffen und die Kapelle sozusagen unter ihre Fittiche genommen haben, darunter besonders ihre Vorsitzende Christa Welter, die auch den Küsterdienst seit 1982 ehrenamtlich innehat, und die die „gute Seele“ der Kapelle ist. Sie war nach dem Wiedereröffnungsgottesdienst höchstpersönlich mit einem Sparschwein unter den Gästen unterwegs, um Spenden für die weitere Unterhaltung der Kapelle zu sammeln. Ein weiterer Dank gilt der Freiwilligen Feuerwehr, die beim Aus- und Einräumen der Kapelle geholfen hat, Johannes Weber vom Verwaltungsrat, auf dessen Hof die Bänke eingelagert waren, und auch den Junggesellen, die mit dem Aufbau des Festzeltes dafür sorgten, dass die Festgäste bei dem anschließenden Empfang nach dem Wiederöffnungsgottesdienst „ein Dach über dem Kopf“ hatten. Begleitet wurde die Baumaßnahme vom Architekturbüro Unger (Bad Neuenahr-Ahrweiler / Ehlingen).

Alexander Burg, Pfarrer