Damit Sie unsere Internetseite optimal nutzen können, setzen wir nur technisch notwendige Cookies (kleine Textdateien, die auf Ihrem Rechner ablegt werden). Wir sammeln keine Daten zur statistischen Auswertung. Näheres finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Wilkommen in der Pfarreiengemeinschaft Grafschaft

Aktuelles

Hier finden sie die neuesten Bestimmungen und Schutzkonzepte zur Corona-Pandemie.

Impulse und Videos

Artikel zu Veranstaltungen, absolut lesenswert!

Neues von der Messdienerschar, bitte auf das Logo klicken!

Wahl der Räte 2021

Information zur Wahl der Räte von Pfarrer Alexander Burg und Anita Schneider, Vorsitzende des Pfarreienrats: hier klicken

Weitere Informationen auf der Seite des Bistums Trier: hier klicken

Impulse und Videos

Normalität

Die Menschen sehnen sich nach Normalität. Aber was ist Normalität?

Mit jedem Schicksalsschlag, z.B. dem Verlust eines lieben Menschen und mit jeder Veränderung, z. B. Einschulungen, Arbeitsplatzwechsel, werden wir aus unserer geübten und gewohnten Normalität herausgeholt. Wir strukturieren um, trauern und orientieren uns neu. Es braucht Zeit und Flexibilität, aber es wird wieder unser „normal“.

Nun hat diese Naturkatastrophe viele Menschen in unserem Umfeld und auch mich persönlich komplett aus dem Normalen herausgerissen. Nicht nur, dass das Wasser buchstäblich bis zum Hals stand, auch sind für viele Menschen liebgewonnene Gegenstände, Erinnerungsstücke und Wohnraum den Fluten zum Opfer gefallen. Das haben sie aber alles schon gehört…

Was mich an diesen Menschen fasziniert ist, dass sie es in kurzer Zeit schaffen, sich kleine Oasen der Normalität zu ermöglichen. Neue Gewohnheiten, andere Zeitstrukturen, andere Möglichkeiten der Freizeitgestaltung (Backesfest in der Oberhut, danke Jungs!).

Ist es vermessen da schon von Normalität zu sprechen? Denn es ist alles andere als normal. Oder ist es ein Trost, dass wir es tatsächlich schaffen, Halt in einer neugeschaffenen Situation zu finden, die wir dann als Normalität bezeichnen?

 

Herzlichst, ihre Gemeindereferentin Sabine Dettinger

Erntedank

Der Monat Oktober ist Dank-Monat. Im Herbst wird die Ernte eingebracht. In der Grafschaft ging ich durch Obstplantagen mit voll-hängenden Zwetschgenbäumen. Ein schöner Anblick! Danke!

Wenn ich aber durch die Weinberge an der Ahr gehe, sehe ich wenig, wofür die Winzer dankbar sein können. Die Trauben sind krank, verfault, mussten vernachlässigt werden. Das Ausbleiben der nötigen Pflege und Spritzmittel hat ihren Tribut gefordert. Noch dazu kommt, dass die meisten Winzer ihre Winzergeräte, Weinkeller und Traktoren verloren haben.

Wofür also danken?

Ich kenne viele Winzer persönlich und kann also sagen: Sie sind für einiges trotzdem dankbar: Winzerkollegen helfen sich aus, unterstützen, die Weinlese fand statt. Und es musste viel weggeworfen werden, aber es wurde auch viel gerettet.

Auch dieses Jahr erleben wir eine Ernte – im Ahrtal nicht unbedingt einen hohen Ertrag an Früchten der Erde, aber einen hohen Ertrag an Zwischenmenschlichkeit. Das rührt mich! Danke Gott für diese Ernte!

Froh und dankbar, ihre Gemeindereferentin Sabine Dettinger

Was wir haben

Eine Freundin schickte mir dieses Bild und schrieb darunter: „Wir haben wieder einen Metzger und ein Bäcker kommt auch bald.“ Ich denke zurück an die ersten Tage/Wochen, als kein Geschäft aufhatte und die Menschen die Läden in der Grafschaft stürmten. Wie schwer und kompliziert wird das Leben doch, wenn alles, was wir gewohnt sind anders wird. Wir verlassen uns darauf, dass wir immer Strom, Wasser, warme Wohnungen und etwas zu essen und zu trinken haben. Heute wissen wir, dass auch diese Selbstverständlichkeiten kippbar sind. Aber was wir haben sind Menschen, die uns nicht allein lassen, die wissen, was gebraucht wird und alles daransetzen, die „Selbstverständlichkeiten“ wieder herzustellen. Bis dahin freuen wir uns über jeden neuen Schritt nach vorn. Was wir haben sind Menschen an unserer Seite!

Danke!

Ihre Gemeindereferentin Sabine Dettinger

Brücken bauen

In der Flutnacht war ich von meiner Familie getrennt, weil die Feuerwehr die Brücken sperrte. Am nächsten Morgen kam ich nicht zu meiner Familie, weil die Brücken von der Wucht dieser Naturgewalt zerstört wurden. Das Handynetz war unstabil… Ich weiß mittlerweile was es bedeutet, keinen Kontakt aufbauen zu können, die Ängste und Befürchtungen, die man dabei empfindet und welche Umwege nötig sind, wenn Brücken nicht vorhanden sind.

Auch Handys sind Brücken…Brücken für Kontakt. Wir haben in den letzten Wochen viele Brücken gebaut, emotionale Brücken, Helfende-Hände-Brücken, Kontakte mit Nachbarn-Brücken, Seelsorge-Brücken. Noch nie waren Brücken so wichtig wie jetzt. Brücken bringen Menschen zusammen. Eine schwimmende Notbrücke bringt 2000 Schülerinnen und Schüler auf dem Kalvarienberg zusammen, sie verbindet Freunde, die sich tage- und wochenlang nicht gesehen haben…ich könnte unzählige Beispiele bringen.

Am Ahrtor wird bald eine befahrbare Brücke eröffnet. Was für ein Segen! Eine Brücke, die verbindet und das Leben erleichtert!

Danke an alle, die Brücken bauen, mit Zuhören, Gesprächen, Anpacken und Helfen!

Herzlichst ihre Gemeindereferentin Sabine Dettinger

Zerstörte Heimat

Ich habe in meinem Büro das „alte“ Hungertuch wieder aufgehängt. Das Bild tröstet mich. Die Hoffnung – Gott als goldener dicker Kreis umschließt unsere zerstörte Heimat. Die Blutstropfen Christi auf unserer Erde. Ein Bild für mich, das mir sagt: Jesus ist da, er leidet mit uns und steht mit uns zwischen den Trümmern. In den betroffenen Orten der Grafschaft genauso, wie im Ahrtal.

Es tröstet mich!

Herzlichst und mit Hoffnung im Herzen eure Gemeindereferentin Sabine Dettinger